
TOP Themen
Bereits Ende letzten Jahres präsentierten die Vertreter:innen der Gladbecker Wirtschaft Bürgermeisterin Bettina Weist in einem persönlichen Gespräch im Rathaus die Ziele und Schwerpunkte aus ihrer Sicht. Nach der Verwaltungsspitze wurden in weiteren Terminen auch die Fraktionen und Mitglieder des Gladbecker Stadtrats mit den Eckpunkten vertraut gemacht.
Schwerpunkte des Positionspapiers sind der Ausbau der Infrastruktur, die Sicherung der Energieversorgung, die Verbesserung der Standortattraktivität sowie die Digitalisierung von Verwaltungsprozessen.
So fordern die Wirtschaftsunternehmen sowohl den Ausbau neuer als auch die Instandhaltung bestehender Verkehrswege und stellen sich auch hinter die Pläne für den Ausbau der B224 zur A52 als Tunnellösung. „Allein im Hinblick auf den just im Januar 2026 fertiggestellten Omni-Channel-Hub von Thalia auf dem Gelände des neuen Gewerbegebiets gate.ruhr in Marl wird der Verkehr auf der B224 durch Gladbeck weiter ansteigen.“, führt Marc Jung, Geschäftsführer des VGW, aus. Und weiter: „Von diesem Standort beliefert Thalia letztendlich nicht nur sein Filialnetz, sondern auch Online-Kunden im Norden, Westen und Süden Deutschlands. Sobald das Ziel dieser bestellten Waren südlich von Marl liegt, dürfte die Reise der Transporter wohl zwangsläufig über die B224 durch Gladbeck führen.“ Für die Gladbecker Wirtschaft bieten die mit der geplanten Tunnellösung gewonnenen Flächen zudem ideale Möglichkeiten für den Bau kombinierter Immobilien mit Flächen für Büros, Ladenlokale und Wohnungen.
Im Hinblick auf bereits heute existierende Kapazitätsengpässe in der Energieversorgung mahnt das Positionspapier in einem weiteren Schwerpunkt dringend die Beschleunigung des Stromnetzausbaus an. „Wenn Unternehmen am Standort Gladbeck ihre Klima- und Nachhaltigkeitsziele nicht erreichen können, weil sie nicht mit ausreichend regenerativer Energie versorgt werden können, werden sie ihre Produktion gar nicht erst in Gladbeck ansiedeln. Oder schlimmer noch: Bestehende Standorte werden aus Gladbeck weg an attraktivere Standorte mit ausreichenden Kapazitäten verlagert.“, so Claudia Röttlingsberger, Vorsitzende des VGW. „Der Ausbau einer nennenswerten Versorgungskapazität über das 110kV-Hochspannungsnetz wurde einem unserer Mitgliedsunternehmen für 2039 in Aussicht gestellt.“, so ihre weiteren Ausführungen. Hier sieht das Gladbecker Wirtschaftsbündnis Verwaltung, Politik und Energiewirtschaft gleichermaßen in der Verantwortung, solchen bedrohlichen Szenarien schnellstmöglich entgegenzuwirken.
Ähnlichen Bedarf sieht Gaby Murrenhoff vom #NetzwerkHandwerkGladbeck bei der ausreichenden Versorgung von Unternehmen mit schnellen Breitbandnetzen im Bereich der digitalen Infrastruktur. „Es kann nicht sein, dass Unternehmen, die in einem Gewerbepark in Gladbeck angesiedelt sind, sich nicht darauf verlassen können, dass am Freitagmittag gestartete cloudbasiertes Backup über das Wochenende zuverlässig und fehlerfrei durchgeführt werden.“ Daher auch die Forderung der Gladbecker Unternehmerin, Gewerbeflächen und -betrieben Vorrang vor anderen Teilnehmern und Wohngebieten beim Breitbandausbau einzuräumen.
Zum Thema Standortentwicklung und -attraktivität gehört für Georg Hahne als Vorstandsmitglied des Handelsverbandes Nordrhein-Westfalen Westfalen-West auch dazu, dass Gladbeck wieder als attraktiver Arbeits-, Einkaufs- und Lebensstandort wahrgenommen wird, um den Zuzug sozialversicherungspflichtig Beschäftigter zu erhöhen und damit die Geschäfte in der Innenstadt weiter zu beleben.
Bei den Verwaltungsprozessen sieht die Gladbecker Wirtschaft vor allem Potenziale in der Digitalisierung und Entbürokratisierung ohne jedoch die Menschen aus dem Blick zu lassen: Neben der Einführung eines zentralen Online-Portals für wirtschaftsrelevante Informationen und Anträge stehen auch die Erhöhung des Personalschlüssels in der Wirtschaftsförderung und die Fortführung des City-Managements auf der Forderungsliste der Gladbecker Wirtschaft ganz oben. „Die Verbindung zwischen Wirtschaft und Verwaltung wird letztendlich durch Menschen aufrechterhalten.“, gibt Matthias Alt von der Werbegemeinschaft Gladbeck zu bedenken. „Das kann aber nur gelingen, wenn der Wirtschaftsförderung ausreichende Kapazitäten zur Entwicklung innovativer Ansätze und Strategien zur Verfügung stehen. Ohne ausreichende Zeit, um sich mit Neuem zu beschäftigen, bleibt alles reine Verwaltung.“.
Weitere Themen des Positionspapiers behandeln die Themen Mobilität, Fachkräfte und Bildung, Klimaschutz und Innovation, Kommunikation und Zusammenarbeit. „Die Umsetzung [aller] Punkte ist entscheidend, um Gladbeck als starken Wirtschaftsstandort zu positionieren“, heißt es abschließend in dem Positionspapier. Dazu ruft die Gladbecker Wirtschaft den Stadtrat und die Verwaltung zu einer engen und gemeinsamen Zusammenarbeit für eine zukunftsfähige Stadtgesellschaft und Wirtschaft auf.
Positionspapier der Gladbecker Wirtschaft
Marc Jung
Geschäftsführer VGW – Verein zur Förderung der Gladbecker Wirtschaft e.V.
Fon +49 (2043) 944-256
E-Mail marc.jung@vgw-online.de